Die Teilnetze
Die Teilnetze
Sie erinnern sich, dass Sie vor Kurzem Nullen angekreuzt haben, um die einzelnen Bits zu kennzeichnen, die Sie für die Subnetzbildung benötigen? Das ist gut, denn genau diese Bits brauchen wir jetzt.
Im Folgenden wird es um die verschiedenen Variationen dieser Bits gehen, deren Anzahl mit der entsprechenden Zweierpotenz übereinstimmt.
Aus einem Bit kann man 21=2 verschiedene Varianten basteln, es kann nämlich die Zustände 0 und 1 annehmen. Aus zwei Bit ergeben sich dann schon 22=4 mögliche Varianten, und zwar 00, 01, 10 und 11. Aller guten Dinge sind 3 Bit, aus denen Sie 8 verschiedene Zustände ableiten können: 000, 001, 010, 011, 100, 101, 110, 111. Sie sehen, mal sind alle Bits „aus“, mal ist nur eines „an“, mal mehrere oder alle. Schauen Sie sich dazu das Video Aus 3 mach 8? an.
Genau diese Varianten bilden im einfachsten Falle – an den entsprechenden Positionen – die Netzadressen der einzelnen Teilnetze. Und am besten gehen wir auch erst einmal vom einfachsten Falle aus. Das ist der Fall, in welchem der liebe Lehrer uns als IP die Netzadresse des Grundnetzes gegeben hat, eventuell auch die erste Hostadresse; nicht irgend eine irgendwo aus dem Pool an eventuell möglichen Adressen irgendeines Teilnetzes.
Nehmen wir zunächst ein einfaches Beispiel. Wir haben ein 24er-Netz, aus dem wir 5 Teilnetze machen sollen. Eine Aufgabe, die sehr oft anzutreffen ist, da die 24er Netze weit verbreitet sind, ihnen entstammen so berühmte Adressen wie 192.168.2.1 und 192.168.178.1 mit der Netzmaske 255.255.255.0, kurz/24.
Die Netzadresse des von uns genutzten Ausgangsnetzes sei beispielsweise 192.168.2.0⁄24, was folgendes für die Netzmaske bedeutet:
Beispiel: Netzmaske
Wir benötigen 3 Bits für die 5 geforderten Teilnetze (wir könnten damit sogar 23=8 Teilnetze bilden).
Das ergibt eine Subnetzmaske von/24 + 3 =/27.

Beispiel: Subnetzmaske mit markierten Bitpositionen
In diesem Falle belegen unsere 3 blauen Bits die Positionen 7, 6 und 5 im letzten Byte der Subnetzmaske.

Mögliche Werte je nach Bit-Position, sofern das Bit=1 ist. Ansonsten ist der Wert 0.
Sie können für unser Beispiel also, auf „1“ gesetzt, die Werte 128, 64 und 32 annehmen, oder keinen, also 0. Deutlicher wird es, wenn Sie sich eine Tabelle malen (hierfür nutzen Sie bitte das bereitgelegte Lineal), ähnlich der folgenden, in welche Sie die einzelnen Möglichkeiten eintragen. Nicht verwendete Bits tragen Sie einfach mit der entsprechenden Anzahl an Nullen ein, in unserem Beispiel sind das die letzten 5 Bits.

Variationen und Werte für das /27er Beispielnetz: 3 Bit ergeben 8 Varianten
Sie sehen es schon: In diesem einfachen Beispiel haben wir jetzt die Netzadressen der Teilnetze ermittelt. Man kann an den Werten auch ablesen, dass jeweils der dezimale Wert 32 zwischen den einzelnen „Stufen“ vorhanden ist. Klar, denn wir haben in der neuen Netzmaske von/27 ja nur noch Platz für 232–27=25=32 Hosts, was auffallend der Differenz entspricht. Hiervon ziehen wir noch die erste Adresse als Netzadresse ab, sowie die letzte als Broadcast-Adresse.
Die Netzadresse können wir in diesem Beispiel direkt ablesen, alle Hostbits (grün) sind auf „0“ gesetzt. Die Netzadressen der Teilnetze lauten also – tada, jetzt kommt endlich eine IP – beispielsweise:

Beispielberechnung anhand der Ausgangs-IP 192.168.2.0 /27
Diese Netze haben, man sieht es, alle die gleiche Teilnetzmaske mit einer Länge von 27 Bit für den Netzanteil und folglich 5 Bit für den Hostanteil. Die Broadcast-Adresse erhalten Sie, wenn Sie alle grünen Hostbits auf „1“ setzen. Oder, ganz simpel: Ziehen Sie einfach 1 von der Adresse des Folgeteilnetzes ab. Oder Sie addieren zur Netzadresse die Anzahl der möglichen Hosts und ziehen dann 1 ab, viele Wege führen nach Budweis. Der Bereich zwischen Subnetzadresse und Broadcast ist dann für die Hosts (PC, Server, Router, etc.) frei nutzbar.
Sie haben es geschafft, nach nur 5 Seiten. Sie sehen, dass die Netzmaske des Ausgangsnetzwerkes wichtiger ist als alles andere, theoretisch bräuchte man eine IP gar nicht so recht ins Spiel bringen. Denn die Teilnetzmaske legt die neuen Subnetze fest. Allein aus dieser Angabe kann man alle relevanten Daten der Einzelnetze ermitteln. Nutzen Sie so lange wie möglich die Netzmaske, und lassen Sie sich nicht von dubiosen IP-Adressen aus der Ruhe bringen. Dann kommen Sie mit einigen binären und dezimalen Rechnereien ganz schnell zum gewünschten Ziel.
Beim nächsten Mal gehe ich anhand weiterer Beispiele noch näher auf die Adressengeschichte bezüglich der Bildung von Teilnetzadresse, Broadcast und Co. ein. Dabei ist es von Vorteil, dass der hier bereits vorgestellte Lösungsweg keine Fragen aufwirft. Also üben Sie einfach die genannten Beispiele noch einmal, oder denken Sie sich selbst einige Aufgaben aus, und prüfen Sie Ihre Ergebnisse auf Plausibilität. Sie erfahren später auch, wozu die bereitgelegte Schere gut ist. Also: Dranbleiben!
Sollten Sie Fragen oder Kritik haben, setzen Sie sich einfach mit mir in Verbindung.
Vielen Dank!
Info: Erstes und letztes Teilnetz abziehen?
Lesen Sie weitere Kapitel:
- Subnetze unter IPv4 – Einleitung
- Das Ausgangsnetz
- Wie viele Teilnetze werden benötigt?
- Wie viele Clients müssen in ein Teilnetz passen?
- Die Teilnetze
- Erstes und letztes Teilnetz abziehen?
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